Der Irisnebel: Porträt von NGC 7023 

Irisnebel

Der Irisnebel, im wissenschaftlichen Index als NGC 7023 geführt, stellt für Fotografen eines der markantesten Beobachtungsobjekte im Sternbild Kepheus dar. Mit einer Entfernung von etwa 1.300 Lichtjahren zur Erde gehört er zu den nähergelegenen Sternentstehungsgebieten. Während viele bekannte Gasnebel durch ionisierten Wasserstoff rötlich leuchten, zeichnet sich die Struktur von NGC 7023 durch eine ausgeprägte bläuliche Färbung aus.

Die physikalische Beschaffenheit: Ein Reflexionsnebel

Bei dem Irisnebel handelt es sich primär um einen Reflexionsnebel. Im Gegensatz zu Emissionsnebeln leuchtet das Gas hier nicht aus eigener Kraft. Stattdessen wird das Licht eines zentralen Sterns an interstellaren Staubpartikeln gestreut.

Man kann sich diesen Vorgang ähnlich wie die Streuung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre vorstellen, die den Tageshimmel blau erscheinen lässt. Im Zentrum des Nebels befindet sich der Stern mit der Katalognummer HD 200775. Dieser wohl noch junge Stern beleuchtet die Materiewolke, aus der er wahrscheinlich entstanden ist. Die Dunkelwolken, die das bläuliche Zentrum umgeben, bestehen aus dichtem Staub, der das Licht dahinterliegender Sterne blockiert und so für die charakteristischen Kontraste sorgt.

Beobachtung und Orientierung

Aufgrund seiner Lage im Sternbild Kepheus ist der Irisnebel von Mitteleuropa aus grundsätzlich das ganze Jahr über am Nachthimmel zu sehen, da er zu den zirkumpolaren Objekten gehört. Dennoch stellt die Beobachtung gewisse Anforderungen an die Bedingungen und das Instrumentarium.

Lichtverhältnisse: Man benötigt für eine erfolgreiche Sichtung einen dunklen Standort mit geringer Lichtverschmutzung. Da Reflexionsnebel eine eher geringe Flächenhelligkeit aufweisen, mindert Mondlicht oder künstliche Aufhellung den Kontrast erheblich.

Welches Fernglas/Teleskop? In einem herkömmlichen Fernglas (z. B. 10x50) lässt sich der Nebel meist nur als schwacher, diffuser Schimmer um den zentralen Stern erahnen. Mit einem Teleskop ab einer Öffnung von etwa 150 mm (6 Zoll) treten die Strukturen deutlicher hervor. Die bläuliche Farbe ist visuell jedoch schwer wahrzunehmen, da das menschliche Auge bei geringer Lichtintensität kaum Farbreize verarbeitet.

Astrofotografie: Die visuelle Dokumentation mittels Kameras ist die effektivste Methode, um die Ausdehnung und die Farben des Nebels sichtbar zu machen. Bei längeren Belichtungszeiten treten die blauen Reflexionsanteile und die braun-schwarzen Staubstrukturen hervor.

Wissenschaftliche Einordnung

Für die Astronomie ist der Irisnebel von Bedeutung, da man hier die Wechselwirkung zwischen jungen Sternen und ihrer unmittelbaren Umgebung untersuchen kann. Er gilt als Beispiel für eine fortgeschrittene Phase der Sternentstehung, in denen der Stern bereits leuchtet, aber noch von den Resten seiner Geburtswolke umgeben ist. So zumindest die gängige Annahme.

Wenn du das nächste Mal in den Nachthimmel schaust, stell dir vor, wie dieses blaue Leuchten seit 1.300 Jahren durch das All reist, nur um jetzt in deinem Auge oder auf deinem Kamerasensor zu landen.

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