Die letzten dunklen Nächte vor der ⁠ ⁠»⁠ ⁠Sommerpause⁠ ⁠«⁠ ⁠ – mehr Infos hier

M57 Ring­nebel

Bild: ESA/Webb, NASA, CSA, M. Barlow, N. Cox, R. Wesson; Details

Nacht von Samstag, 09.05.2026, auf Sonntag, 10.05.2026

Die Rahmenbedingungen für die Beobachtung von M57 (Ring­nebel) sind akzeptabel bis gut. Am besten beobachtbar ist M57 während der astronomischen Nacht und zwar 2 Stunden und 0 Minuten lang vom 10.05.2026 (So) um 00:45 Uhr bis zum 10.05.2026 (So) um 02:45 Uhr. M57 ist hoch am Himmel im Osten zu beobachten. Die maximale Horizonthöhe von M57 beträgt 59°.

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Der Ringnebel als Einsteigerobjekt

Der Ringnebel ist eines der bekanntesten Objekte, die man im Sommer beobachten kann. Dieser planetarische Nebel trägt die Katalognummer M57. Das ⁠ ⁠»⁠ ⁠M⁠ ⁠«⁠ ⁠ steht für den Messier-Katalog. Der Nebel ist gemäß Messungen etwa 2300 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das ist (astronomisch betrachtet) gar nicht mal so weit weg. Er ist hell genug, um sich als Einsteigerobjekt zu eignen – als erster planetarischer Nebel, dem man sich widmet.


Wie man M57 findet

Das Sternbild Leier ist leicht zu erkennen: Ein kleines Parallelogramm neben dem hellen Stern Wega. Zwischen zwei der Sterne (Sheliak und Sulafat) liegt fast genau mittig M57.


Was man sehen kann

Mit dem Fernglas: Im Fernglas erscheint M57 meist nur als schwacher, leicht unscharfer Lichtpunkt. Wenn die anderen Sterne im Sichtfeld scharf sind, der eine Punkt jedoch unscharf ist, er also kein wirklicher Punkt ist, sondern ein winziges Scheibchen, dann hat man den Nebel identifiziert. Für den ⁠ ⁠»⁠ ⁠echten Ring⁠ ⁠«⁠ ⁠ braucht man jedoch mehr Öffnung – also ein ⁠ ⁠»⁠ ⁠Fernrohr⁠ ⁠«⁠ ⁠ mit größerem Durchmesser.

Mit dem Teleskop: Schon mit kleinen Teleskopen (ab 80 mm Durchmesser) erkennt man ein kleines, rauchiges Oval. Ab etwa 100 bis 150 mm Öffnung sieht man den Ring. Man kann also den Unterschied zwischen dunklerem Innenbereich und hellerem Außenbereich wahrnehmen. Mit einem großen Teleskop kann man unter sehr guten Bedingungen sogar den Zentralstern in der Mitte ausmachen.

Fotografisch: Schon einfaches Astrofoto-Equipment zeigt M57 als klar erkennbaren Ring. Man sieht den Unterschied zwischen dem bläulichen Innenbereich und dem rötlichen Außenbereich. Mit sehr langen Belichtungszeiten wird der großflächige, jedoch schwache Halo rund um den eigentlichen Ring herum sichtbar.


Wissenschaftlicher Hintergrund

Nachdem der mittige Stern seinen Brennstoff aufgebraucht hatte, hat er seine äußere Hülle abgestoßen. Der verbliebene Kern des Sterns ist jedoch weiter aktiv. Seine Strahlung regt das Gas, das sich um ihn herum verteilt hat, zum Leuchten an – wie in einer Leuchtstoffröhre. Planetarische Nebel existieren übrigens astronomisch gesehen nur kurz, typischerweise einige Zehntausend Jahre. So die gängige wissenschaftliche Annahme.


Sonstiges

  • M57 ist ein planetarischer Nebel. Durch kleine Teleskope sieht man einfach nur ein rundes Scheibchen – so als würde man einen weit entfernten riesigen Gasplaneten beobachten. So entstand der Name. Später erkannte man, dass die planetarischen Nebel eigentlich doch nichts mit Planeten zu tun haben. Der Begriff ⁠ ⁠»⁠ ⁠Planetarischer Nebel⁠ ⁠«⁠ ⁠ wurde aber beibehalten.
  • Hohe Vergrößerungen sind normalerweise ein Problem, denn: Je höher die Vergrößerung, desto dunkler das Bild. Der Ringnebel ist jedoch so hell, dass er auch mit hoher Vergrößerung gut beobachtet werden kann.
  • Man nimmt an, dass der Halo auf frühere Auswürfe des Sterns zurückgeht. Es gab also wohl bereits vor der Entstehung des eigentlichen Rings ähnliche Ereignisse bei diesem Stern.
  • Andere bekannte planetarische Nebel sind der Hantelnebel und der Eulennebel.

M57 ist ein super Einsteigerobjekt – sowohl visuell als auch fotografisch.