Letzte Deep-Sky-Woche vor der Sommerpause 2026 

Die Saison für Galaxien, Sternhaufen und Nebel neigt sich ihrem Ende zu. Vom 7. bis zum 14. Mai 2026 wird es das letzte Mal jede Nacht über drei Stunden dunkel genug, um diese lichtschwachen Objekte ins Visier zu nehmen – sei es visuell, also mit dem Auge am Teleskop, oder fotografisch, also mit der Kamera am Teleskop.

Hinweis: Diese Angabe gilt für Mitteldeutschland, Großraum Frankfurt. Auf Westerland haben wir die letzte dunkle Woche sogar bereits verpasst, weil die Mitternachtsdämmerung Richtung Norden noch ausgeprägter ist.

Das nächste Fenster mit Dunkelphasen von mehr als drei Stunden Länge öffnet sich erst ab dem 9. August wieder. Es erwarten uns also drei harte Monate, in denen wir in der Mitte Deutschlands auf die Beobachtung lichtschwacher Objekte verzichten müssen.

Der Himmel erreicht in der besagten Mai-Woche zwischen 23:30 und 3:00 maximale Dunkelheit ohne den störenden Einfluss der Dämmerung oder des Mondes. Wer vor dem Spätsommer nochmal sein Deep-Sky-Equipment zum Einsatz bringen möchte, sollte die Gelegenheit nutzen.

Welche Ziele könnte man bei diesem Saison-Endspurt ins Auge fassen?

Die Planetarische-Nebel-Rallye

Nun, wie wäre es mit drei planetarischen Nebeln in einer Nacht, die sich gegenseitig sozusagen den Staffelstab in die Hand drücken? Von Samstag auf Sonntag (also vom 9. auf den 10. Mai) könnte man sein Teleskop zunächst auf den Eulennebel (M 97) richten. Ab 23:30 steht er in guter Höhe (70°) im Nordwesten.

Während der Eulennebel sich bereits hoch am Himmel befindet, kämpft sich der erste Klassiker, der Ringnebel (M 57), langsam nach oben. Gegen 0:45 hat er eine Höhe von immerhin 40° erreicht und steht im Osten.

Der zweite Klassiker, der Hantelnebel (M 27), steht etwas tiefer. Gegen 1:30 wird er auf 30° Horizonthöhe geklettert sein. Die 40°-Grenze knackt er etwas mehr als eine Stunde später. Der Hantelnebel befindet sich unweit des Ringnebels ebenfalls Richtung Osten.

Noch ein Fotoshooting

Wer Astrofotos machen will, sollte sich angesichts der begrenzten Beobachtungszeit von drei Stunden vielleicht auf ein einziges Objekt konzentrieren. Die Whirlpool­galaxie (M51) beispielsweise steht sehr hoch (nahe 90°) und lässt sich zwischen 23:30 und 3:00 gut fotografieren, sofern man keine azimutale, sondern eine parallaktische Montierung nutzt und den Meridian-Flip im Griff hat. Wer Angst vor dem Meridian-Flip hat, könnte sich auch dem Irisnebel (NGC 7023) widmen.

Mehr Beobachtungstipps

Welche Objekte in der besagten Woche sichtbar sind:


Letzter Aufruf: Nutzt die letzten dunklen Stunden der Saison! In den kommenden drei Monaten können wir zwar schöne Grillpartys veranstalten, aber schöne Deep-Sky-Partys eher nicht.

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