Komet Tempel
Update: In aktuellen Beobachtungen erweist sich die Helligkeit des Kometen mitunter als geringer als ursprünglich prognostiziert – eher Magnitude 9 als Magnitude 7. Das macht die Beobachtung schwieriger.
Für die verbleibenden Monate des Jahres 2026 und auch für 2027 scheint der Komet » Tempel « DER Komet zu sein. Zumindest was die planbaren, wiederkehrenden Kometen betrifft, ist er das hellste zu erwartende Objekt in dieser Zeit. Wie bereits in den Juli-Highlights erwähnt, umkreist er die Sonne alle 5,36 Jahre. Je nachdem, an welcher Position sich die Erde gerade befindet, wenn der Komet wieder in Sonnennähe kommt, ergibt sich daraus eine unterschiedlich gute oder schlechte Beobachtungssituation. Im Juli und August 2026 steht Tempel, der voll ausgeschrieben die Bezeichnung » 10P/Tempel 2 « trägt, so günstig, dass mit Ferngläsern und kleinen Teleskopen seine diffuse Koma zu erkennen sein wird. Ein echter » Schweifstern « mit einem langen Staubschweif ist er jedoch eher nicht.
Beobachtung im Juli, August und später
Das Beobachtungszeitfenster erstreckt sich vom 15.07.2026 bis zum 29.07.2026. Der Komet wird in dieser Zeit immer heller, weil er sich auf seinen sonnennächsten Punkt zubewegt, den er Anfang August erreichen wird. Ab dem 29. Juli wird der Komet für ein paar Tage vom Mond überstrahlt. Das bedeutet, der Mond ist die ganze Zeit am Himmel, in der auch der Komet beobachtbar wäre. Durch das Mondlicht und den dadurch aufgehellten Himmel wird die Kometenbeobachtung erschwert (oder unmöglich).
Vom 02.08.2026 bis zum 25.08.2026 öffnet sich erneut ein Zeitfenster, in denen sich Komet und Mond nicht gleichzeitig am Himmel befinden. Tempel entfernt sich nun langsam wieder. Im Juli und August beträgt die Helligkeit von Tempel etwa Magnitude 7. Das entspricht der Grenze, ab der ein Komet in Ferngläsern oder kleinen Teleskopen gut als diffuser Lichtfleck erkennbar ist.
- Noch genauer: Zeitangaben für den eigenen Standort
Die folgende Animation zeigt die Flugbahn des Kometen im Juli und August. Man erkennt, wie sich Erde und Komet nahe kommen – Grundvoraussetzung für die gute Sichtbarkeit.
Nach dem Abschluss der Beobachtungsphase Ende August ergibt sich erst am 3. Oktober wieder eine passable Konstellation. Allerdings hat sich der Komet dann deutlich abgedunkelt auf Magnitude 9 (etwa 6-mal dunkler als Magnitude 7), weil er sowohl weiter von der Sonne als auch weiter von der Erde entfernt ist.
Praxis-Tipps
Trotz seiner relativen Helligkeit ist der Komet eher etwas für erfahrene Beobachter. Er ist kein Highlight für absolute Laien. Erfahrene Beobachter können ihn in den frühen Morgenstunden, wenn er ausreichend hoch über dem Horizont steht, ansteuern.
Natürlich eignet sich der Komet für Fotoaufnahmen. Durch geschicktes Stacking kurz belichteter Einzelaufnahmen wird die Kometenkoma sichtbar. Das Bild am Anfang dieser Seite ist sogar ohne Stacking zustande gekommen – eine einzelne Aufnahme mit drei Minuten Belichtungszeit. Der Komet war jedoch auch ein wenig heller als Tempel voraussichtlich sein wird.
Tipp für Theorie-Interessierte:
- Spielt mal mit dem Orbit Viewer der NASA rum
Viel Freude bei der Kometenjagd!
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