LICHT UND SCHATTEN AUF DEM MOND
Der » Goldene Henkel «
24. Juli 2026 zwischen 21:30 Uhr und Mitternacht ❗
Auf dem Weg vom Neumond zum Vollmond wandert die Licht- und Schattengrenze binnen 29 ½ Tagen Stück für Stück über die Mondoberfläche. Dadurch wird die Oberflächenstruktur des Mondes für uns Beobachter auf der Erde überhaupt erst richtig erfassbar.
Berge, ja ganze Gebirge, liegen tagelang im Schatten. Plötzlich rollt das Licht der Sonne heran und die nun erleuchteten Gebirgszüge werfen ihren Schatten ins » Hinterland « . So lange, bis die Sonne wieder ein paar Grad höher steht – so hoch, dass die Berge keinen Schatten mehr werfen und die zuvor verschatteten Areale ebenfalls im gleißenden Sonnenlicht liegen.
Gleiches gilt für Krater und Täler: Während das Licht sich langsam an eine solche Vertiefung heranschleicht, liegen zunächst die Kraterränder im Sonnenlicht. Je höher die Sonne wandert, desto mehr wird auch das Kraterinnere ausgeleuchtet.
Ein populäres Beispiel für diese spannenden Licht- und Schattenspiele auf der Mondoberfläche ist der » Goldene Henkel « . Dieser visuelle Effekt tritt nur einige Stunden lang bei einem Mondalter von 10 bis 11 Tagen auf – also 10 bis 11 Tage nach Neumond.
Dann ist das sogenannte Regenmeer größtenteils erleuchtet. Die Regenbogenbucht allerdings, die ein Teil des Regenmeeres ist, liegt noch im Schatten. Das Juragebirge am linken Rand der Bucht wiederum wird schon von der Sonne angeleuchtet, während die Bucht noch im Schatten liegt, und bildet den » Goldenen Henkel « . Das folgende Bild zeigt das gut. Es wurde durch ein Spiegel-Teleskop mit einem Durchmesser von 8 Zoll (20 cm) aufgenommen.
Die Bergkette, die den » Goldenen Henkel « bildet, ist über 400 Kilometer lang und bis zu 2700 Meter hoch, und damit nur etwas niedriger als die Zugspitze mit fast 3000 Metern.
Wie oft lässt sich dieses Phänomen beobachten?
Das Juragebirge wird zwar jeden Mondmonat – also zwölf- oder dreizehnmal pro Jahr – so ausgeleuchtet, dass sich der » Goldene Henkel « bildet. Aber damit wir etwas davon haben, muss der Mond in dem Moment auch von der Erde aus gut beobachtbar sein. Deshalb sieht man den » Goldenen Henkel « nur rund sechsmal pro Jahr so richtig.
Wann ist es das nächste Mal soweit?
Am 24. Juli 2026 zwischen 21:30 Uhr und Mitternacht kann man den » Goldenen Henkel « wieder bestaunen.
Termine Juli bis Dezember 2026
Zu folgenden Zeiten zeigt sich der » Goldene Henkel « ordentlich. Das bedeutet, dass die Sonne untergegangen ist und der Mond nicht zu tief am Himmel steht.
- Am 24. Juli zwischen 21:30 Uhr und Mitternacht
- Am 21. September zwischen 19:30 Uhr und 01:00 Uhr
- Am 19. November zwischen 21:30 Uhr und 02:00 Uhr
- Am 19. Dezember zwischen 16:30 Uhr und 21:00 Uhr
Auffindhilfe
Wenn man den Mond betrachtet, befindet sich die dunkle Ebene des Regenmeeres im linken, oberen Quadranten. Als nächstes sucht man die Einbuchtung der Regenbogenbucht. Am Rand dieser Einbuchtung befindet sich das Juragebirge. An der Spitze des dicken Pfeils erscheint zur gegebenen Zeit der » Goldene Henkel « . Auf der Karte sieht man jedoch den Mond während der Vollmondphase.
Viel Freude auf der Jagd nach dem » Goldenen Henkel « !
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